Wenn das Treppenhaus zur tödlichen Falle wird
Hilfe, der Buggy brennt!
Wer den Hausflur als Abstellraum für Buggy und Schuhwerk missbraucht, bringt sich und seine Nachbarn in Lebensgefahr. Wenn’s brennt, macht der Fuhrpark den Fluchtweg zur Todesfalle.
Zwei Kinderwagen parken am Geländer des Treppenhauses. Dahinter hängen vier Bobby Cars am Geländer, die weißen Räder zeigen Richtung Kellerabgang. Alles ordentlich aufgereiht. Na gut – laut Hausordnung müssen die Treppenhäuser absolut leer sein. Von wegen Fluchtwege und Versicherung. Aber hier sieht es doch sehr aufgeräumt aus. Und ein einzelner Mensch kommt ganz bequem an diesem „Fuhrpark“ vorbei. Da könnte die Hausverwaltung doch mal ein Auge zudrücken – oder?„Auf keinen Fall!“ Reiko Hennig, Brandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Farmsen, schüttelt den Kopf. „Hier steht jede Menge hochgefährlicher Brandlast herum.“ Wie bitte – „Brandlast“? „Als Brandlast bezeichnen Fachleute alle brennbaren Gegenstände“, stellt der Fachmann klar. „Vor allem, wenn Plastikteile wie Bobby Cars oder Schuhe Feuer fangen, entwickeln sich in Sekunden hochgiftige Rauchgase. Zwei Atemzüge Kohlenmonoxid reichen aus, um einen Erwachsenen zu töten.“ Im Brandfall ist das Treppenhaus im Nu schwarz verqualmt. Atmen verboten, Sicht gleich Null.
Letzte Orientierungsmöglichkeit für flüchtende Bewohner und professionelle Retter: der Handlauf des Treppengeländers. „Aber wenn der nicht frei liegt, tappen alle vollkommen im Dunklen.“ Eine tödliche Falle für die Bewohner. Drei Tote gab es vor wenigen Wochen bei einem Treppenhausbrand in Berlin. Ursache: vermutlich Brandstiftung. Spielzeug und Kinderwagen brannten wie Zunder. Auch in Hamburg sind Feuerteufel unterwegs: Erst im März loderte ein Treppenhaus in Tonndorf.
So ein Brand ist leider nur zu schnell gelegt. Erst recht, wenn die Türen nicht verschlossen, sondern nur lose eingeschnappt sind. „Das ist schon fast eine Einladung an Diebe und zündelnde Übeltäter“, warnt Feuerwehrmann Hennig.
Wohin also mit Buggys, Bobby Cars und Co.? „Die gehören am besten in den Keller, und zwar nicht etwa unter die Treppe, sondern richtig hinter die verschlossenen Brandschutztüren“, empfiehlt Hennig. Schuhe und Regale gehören in die Wohnung.
Natürlich sei es okay, wenn der Wagen mal kurz im Flur bleibt, bis Kind und Einkauf in der Wohnung verstaut sind. Aber dann nichts wie raus damit aus dem Treppenhaus – der eigenen Sicherheit zuliebe.
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