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Mieter entdecken seltenen Gast auf den Teichen
Haubentaucher in Sicht!
Intaktes Naturidyll vor der Haustür: Die grüne Lunge mitten auf der Trabrennbahn ist so sauber, dass sie immer wieder seltenen Tieren Lebensraum bietet. Jetzt balzte und brütete ein Haubentaucherpärchen auf den Teichen.
Wenn ein Haubentaucher auf Brautschau geht, ist das weit und breit zu hören. Kein Wunder, dass Janina Wittwer zuerst durch das penetrant schnarrende „Kraorr“ des liebestollen Vogels auf den neuen Gast auf der Trabrennbahn aufmerksam wurde. „Eine ganze Woche lang krakeelte er, drehte Runde um Runde auf dem Teich direkt unter unserem Balkon“, schilderte die Mieterin ihre erste Begegnung mit „Podiceps cristatus“. Ein Blick durchs griffbereit auf der Fensterbank liegende Fernglas ließ die Hobby-Ornithologin spontan auf „Haubentaucher“ tippen. Die einschlägige Fachliteratur bestätigte den Verdacht.
Wittwer und ihr Lebensgefährte blieben am Ball, überprüften jeden Morgen, ob der scheue Fischjäger noch da war. Nach einer Woche dann der Schock: Der Vogel war fort. „Also sind wir losgezogen, um nachzusehen, ob der Haubentaucher vielleicht nur den Teich gewechselt hatte.“ Volltreffer: Auf dem anderen Gewässer der Trabrennbahn war die Balz mit einer gefiederten Herzensdame voll im Gange. „Das Pärchen überreichte sich gegenseitig Blätter, die auf den Teich gefallen waren“, erzählte Janina Wittwer. Das liebevolle Werben hatte Folgen: Schon bald saß einer der Haubentaucher auf dem Nest.
„Da kann man zum guten Zustand der Natur auf der Anlage nur gratulieren“, kommentierte Diplom-Biologe und Vogelexperte Krzysztof Wesolowski vom Naturschutzbund (NABU). Offensichtlich finde der Fischjäger genug Nahrung in den sauberen Teichen und habe die zum Brüten nötige Ruhe am Ufer.
Sollten Ihnen ebenfalls seltene Tiere auf der Anlage begegnen, dann machen Sie es wie Frau Wittwer und schicken Sie uns eine E-Mail an mieternews@web.de. Wir freuen uns auf Ihre tierischen Geschichten!

Und noch ein seltener Nachbar: der Graureiher.
Vogel des Jahres 2001
Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist ungefähr so groß wie eine Stockente. Seinen Namen hat er von seiner rotbraun und schwarz gefärbten Federhaube. Gut zu hören sind die Haubentaucher vor allem zur Balz im Frühjahr. Der Unterwasserjäger ernährt sich vor allem von kleinen Fischen, verschmäht aber auch Wasserinsekten und kleine Krebse nicht. Am liebsten „wohnt“ der Haubentaucher in stehenden oder langsam fließenden, sauberen Gewässern. Bevorzugte Nistplätze sind Ufer mit Schilfgürteln und geringen Wasserstandsschwankungen.
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