Lange (Liebes-)Geschichte: Feuerwehr und Trabrennbahn
Blaulicht an! Wasser marsch!
3500 Trabrennbahner können ruhig schlafen – weil 37 Freiwillige Farmsener Feuerwehrleute wachen. Die Blauröcke sind nicht nur da, wenn’s brennt. Sie bergen verirrte Entchen, sägen im Sturm morsche Äste ab – und organisieren tolle Feste.
n Sie retten Menschenleben. Jederzeit. Überall. Bei Alarm lassen sie den Einkaufswagen bei Aldi stehen, springen nachts um drei aus dem Ehebett in die Einsatzkluft. Und alles ehrenamtlich. Die sechs Frauen und 31 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Farmsen sind Vollblut-Idealisten. 93 Einsätze zählten sie 2009, davon rund zehn auf der Trabrennbahn.
„Feuerwehr, das ist kein Hobby, sondern eher eine Berufung“, sagt Gruppenführer Stefan Lewerenz. „Man hat viel Verantwortung.“ Oft geht es um Leben und Tod. Jede Sekunde zählt, jeder Handgriff muss sitzen. Und keiner ist etwas ohne das Team – egal, ob beim Schredderfest auf der Trabrennbahn, bei einem Dachstuhlbrand oder einem Verkehrsunfall mit Schwerverletzten. Diese Kameradschaft ist es, die Alltag und Einsätze der Feuerwehr prägt: Sie sind ein eingeschworenes Team. Und genau das ist es, was die Farmsener Brandschützer um Wehrführer Reiko Hennig und Vize Sven Kasten zu schätzen wissen.
Viele sind seit Jahrzehnten dabei. Wie Roland Asch und Torsten Hansche. Sie schwärmen noch heute von Einsätzen ganz besonderer Art auf der Trabrennbahn. Autocrash, Motorrad- und Sandbahnrennen lockten vor allem in den 60-er und 70-er Jahren Tausende von Fans und Schaulustigen an.
Farmsens Blauröcke hielten Wache: Sie löschten brennende Vehikel. Sie fischten verirrte Mobile aus den Teichen, retteten Fahrer aus ihren rennfest verschweißten Kabinen.Heute haben Farmsens Brandschützer wenig Spektakuläres auf der Trabrennbahn zu tun. „Vernünftige Anwohner, eine pflegeleichte Anlage“, sagt Wehrführer Hennig. Mal brennt ein Container, mal retten die Kameraden einen jungen Vogel, der aus dem Nest gefallen ist oder ein vermeintlich „festgefrorenes“ Entchen.
Mit der Handdruckspritze fing es an
| 1878 |
Gründung durch Einwohner des damaligen Bauerndorfs Farmsen
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| 1898 |
Bau der ersten Wache |
| 1925 |
Motorspritze löst Handdruckspritze ab |
| 1928 |
Bau der zweiten Wache am Berner Heerweg 124 (heute: Notfallpraxis) |
| 1938 |
Erster Mannschaftswagen |
| 1974 |
Gründung der Jugendwehr |
| 1980 |
Umzug in die aktuelle Wache am Berner Heerweg 151 |
Wehrführer Reiko Hennig und Vize Sven Kasten blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück.
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