Achtung - fertig - Schummelpizza!
Basteln, Billard, kochen, chatten: Der coole Mix für Kids im Jugendclub kommt an. Doch ausgerechnet in den Ferien und am Wochenende bleibt das Haus geschlossen. Warum eigentlich?
Für Juliane (9) geht nichts über Schummelpizza. „Da macht sogar das Kochen Spaß“, strahlt sie. Jeden Donnerstag schnippelt und brutzelt sie mit anderen Kindern in der Küche des Jugendclubs. Selbst Fußball-Fan Noah (7) zerkleinert pflichtbewusst die Tomaten, bevor er wieder auf den Bolzplatz nebenan saust. „Das Kochen macht Spaß, ich finde neue Freunde – und es schmeckt auch noch“, sagt Janina (8). So gut, dass sie ihre Eltern mit einer selbst zubereiteten Kartoffelsuppe überraschte. 16 Miniköche zwischen sechs und zwölf Jahren machen an diesem trüben Nachmittag den Jugendclub unsicher. Sie spielen Tischkicker, Billard oder malen einfach nur ein Bild. Sönke Schilling, Sozialpädagoge und Leiter des Jugendclubs, und Erzieher Tennyson Vosteen haben für jeden ein Ohr und einen lockeren Spruch. Die Atmosphäre ist entspannt und freundlich.
Genau das schätzen die Kids am Club. Nicht nur, wenn gekocht wird. „Nur schade, dass in den Ferien geschlossen ist“, bedauern sie. Auch am Wochenende bleiben die Türen des Clubs zu. Das irritiert viele Eltern: Warum gibt’s ausgerechnet dann keine Angebote, wenn die Freizeit üppig und die Langeweile groß ist?
„Das ist zum einen personell begründet“, antwortet Schilling. „Wir sind ja nur zu zweit.“ Zum anderen gehöre das Wochenende eigentlich der Familie. „Dann können die Kinder mit ihren Eltern mal richtig Zeit verbringen.“ Und in den Ferien ist ja was los: Da bietet der Jugendclub den Kindern Ausflüge und Reisen an. Gemeinsam geht‘s ins „rabatzz“, zu Hagenbeck, ins Klick-Kindermuseum oder ins Theater zum Beispiel. Voraussetzung: Die KInder müssen den Betreuern aus der offenen Arbeit im Club bekannt sein.
Stehen die Jugendlichen vor geschlossener Tür, bleibt ihnen in den Ferien die Alternative, das Jugend- und Stadtteilzentrum Stephanstraße (JUST) aufzusuchen. „Gerade die Größeren wollen wir ja eigentlich ins JUST überleiten“, beschreibt Schilling das Konzept. Deshalb fahren die Mitarbeiter einmal pro Monat mit ihnen dorthin. Denn die „Mutter“ des kleinen Clubs bietet auf 1000 Quadratmetern wesentlich mehr als die kuschelige Mini-Ausgabe. Zum Beispiel Fitnesstraining, Sinnesraum, Töpferkurse und Tonstudio. „Außerdem“, so Schilling, „bemühen wir uns, die für die Jugendlichen gewohnten Öffnungszeiten auch in den Ferien beizubehalten.“
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