Reizthema
Müllschleusen
Müllschleusen und Chips revolutionierten im April das Abfallsystem der Trabrennbahn. Versprechen an die Mieter: Wer sauber trennt, spart Geld und schont die Umwelt. Aber klappt das auch in der Praxis?
Anna und Martin N.: „Wir kommen ohne Probleme damit zurecht. Ob’s uns finanziell was bringt, werden wir erst in einem Jahr sehen. Wir haben Glück, dass unsere Kinder aus den Windeln raus sind. Sonst wäre es sehr teuer geworden. Allerdings glauben wir, dass das System nur funktioniert, solange sich alle an die Regeln halten. Die Egoisten kippen ihren Restmüll in die gelben Tonnen – und dann zahlen alle anderen drauf. Außerdem ist es absurd, dass die Schleusen jede Woche vor der Müllabfuhr entriegelt werden. Da kann dann jeder seine Sachen reinwerfen – ganz ohne Chip.“
Karin W.: „Das neue System gefällt mir überhaupt nicht. Sperrige Gegenstände wie etwa eine alte Fußmatte wird man gar nicht los. Und dann sieht das noch hässlicher aus als vorher schon. Könnte man die Müllplätze in den Spielstraßen nicht wenigstens so verkleiden, dass die Tonnen nicht so zu sehen sind?“
Dennis R.: „Das System ist absolut kinderfeindlich. Wir haben zwei Kleinkinder, beide in den Windeln. Da können wir so sorgfältig trennen wie wir wollen – wir zahlen drauf. Für uns ist es definitiv teurer. Außerdem wird, glaube ich, sehr viel mehr Müll illegal entsorgt als früher.“
Roland A.: „Ich find’s okay – für die kurze Zeit bisher. Man muss klar sagen: Offenbar hat sich die Müllmenge schlagartig halbiert. Es ist allerdings nicht betrugssicher. Denn bevor die Müllabfuhr kommt, werden alle Behälter entriegelt – da kann jeder seinen Müll ohne Chip reinwerfen.“
Isabell P.: „Wir kommen super damit zurecht. Wir produzieren erheblich weniger Restmüll als früher. Und die Containerstandorte wirken insgesamt sauberer. Da stellt keiner mehr so sperrige Sachen wie alte Lampen oder Bügelbretter ab.“
Noch Fragen?
Dann fix ans Telefon und die kostenlose Hotline der Firma Innotec anrufen: (0800) 466 68 32. Aber bitte per Festnetz. Nur dann werden die Anrufer zu den Experten weitergeleitet, die für die Trabrennbahn zuständig sind und alle Fragen sofort beantworten können. Die Hausmeister vor Ort sind für Müllfragen nicht zuständig.
Das sagt die Innotec:
Betrugssicherheit:
„Nach Abstimmung mit der Hamburger Stadtreinigung werden die Behälter so schnell wie möglich mit Schwerkraftschlössern verriegelt“, so Henrik Gehrig, zuständiger Niederlassungsleiter der Innotec. „Die Tonnen stehen dann nicht mehr unverschlossen am Straßenrand, wenn die Müllabfuhr kommt. Eine ‚wilde’ Entsorgung wird damit unmöglich.“
Zahlungsgerechtigkeit:
„Auch eine Familie mit kleinen Kindern muss keine Kostenexplosion befürchten. Besonders Familien mit Windelkindern können sich gern an uns wenden, um einen Zwischenstand ihrer Einwürfe zu erfragen.“
Sperrige Gegenstände:
„Bei Bedarf wird die Innotec Sammeltermine für kleinteiliges Sperrgut anbieten. Voraussichtlich ist der erste Termin Anfang Herbst 2008. In dringenden Fällen können sich die Mieter gern an unseren Mitarbeiter vor Ort oder die Info-Hotline (0800) 466 68 32 wenden.“
Vermüllte Container-Standorte:
„Seit Aufstellung der Schleusen hat die Vermüllung der Standorte nicht zugenommen. Gelegentliche Beistellungen von Sperrgut gab es auch vor der Einführung der Müllschleusen. Im Vergleich zu anderen Großwohnanlagen ist die Trabrennbahn geprägt von einem sehr verantwortungsbewussten Umgang mit Abfällen.“
Und was meint die GATOR dazu?
„Klar gibt es ein paar ‚Kinderkrankheiten’“, antwortet Marlies Wesenberg von der Hausverwaltung. „Wir waren uns aber sicher, dass die moderne Mieterstruktur der Trabrennbahn die Einführung eines solchen Systems hergibt und wir mit der Firma Innotec einen zuverlässigen Partner gewonnen haben. Im Großen und Ganzen halten die Probleme sich ja in Grenzen und die Schleusen werden gut angenommen.“
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