Anwohner der Umgebung klagen: Bolzplatz an Feiertagen zu
Sonntags nie!
Kicken mit Spaß, pfiffige Freizeitgestaltung für Kids. Der Bolzplatz ist ein Volltreffer. Nur nicht für die Anwohner jenseits des Platzes. Sie gingen dagegen vor. Jetzt muss GATOR den Platz sonn- und feiertags schließen. Gegen den eigenen Willen.
Sie rennen, sie schwitzen, sie kämpfen um jeden Ball. Jochen (15), Carlos (14) und Mersi (15) sind verrückt nach Fußball. Statt drinnen zu hocken oder Unfug zu treiben, jagen sie in jeder freien Minute dem runden Leder nach. Auch sonntags treffen sie sich mit der Clique bei jedem Wetter zum Sportspaß. An einem Ort, der extra für Jugendliche geschaffen wurde: dem Bolzplatz neben dem Jugendcafé an der Johannes-Frömming-Straße. Auch an diesem Sonntagnachmittag ist beschauliches Leben dort, die Stimmung entspannt. Friedlich teilt die Clique sich den Platz mit einem Vater und drei kleinen Steppkes.
Doch diese Idylle ist ab sofort Vergangenheit. Denn Anwohner auf der anderen Seite des Platzes zeigten wenig Verständnis für den Bewegungsdrang der Rentenzahler in spe. Sie leiteten rechtliche Schritte ein. Ihr Ziel: den frisch angelegten Platz komplett schließen zu lassen. Statt Kinderspiel und –spaß endlich wieder Friedhofsruhe.
So dicke kommt es jetzt zwar nicht. Aber GATOR muss den Platz an Sonn- und Feiertagen sperren – zähneknirschend. „Wir sind sehr traurig über diese Entwicklung“, bedauert Marlies Wesenberg von der Hausverwaltung. Sie hatte den Anstoß für die Einrichtung des Platzes gegeben. „Wir wollen ja gerade, dass Familien mit Kindern hierher ziehen und sich wohlfühlen. Wir hätten den Platz lieber offen gelassen.“ Um den Platz jedoch auf Dauer zu erhalten, sehe man sich gezwungen, die Öffnungszeiten einzuschränken. „Sonntags nie!“ als kleineres Übel.
Das gilt dann allerdings sehr streng: Wer trotz Verbot über den Zaun klettert, muss mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch rechnen.
Jochen, Carlos und Mersi sind wütend über die Schließung. Alternativen haben sie nicht: „Dann sitzen wir eben zuhause und langweilen uns. Das ist doch total blöd.“ Auch der Vater mit den drei Kleinen, der auf der Anlage wohnt und anonym bleiben möchte, ist enttäuscht: „Dann müssen wir eben woanders hin, wahrscheinlich wieder auf das vollgekotete Grün im Inneren der Anlage.“
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