Neuer Bolzplatz: Rücksicht und Toleranz für Kickerspaß
„Kinder machen eben manchmal Krach“
Kicken, bis es dunkel wird – auf dem neuen Bolzplatz. Ein Traum für viele Kids. Ein Alptraum für manche Anwohner. Ihre Kritik: Der Krach vergälle ihnen den Feierabend. Die Kinder kontern: „Wo sollen wir sonst spielen?“
Doppelpass, Flanke, Tor! Verschwitzt, aber glücklich rennen Fabian „Fabi“ Pape (13) und Maurice „Maui“ Pohl-Möller (14) sich die Lunge aus dem Hals. „Wir sind fast jeden Tag auf dem Bolzplatz“, strahlt Fabi. „Hier verscheucht uns nämlich keiner“, ergänzt „Maui“. Klar, dass das runde Leder im Eifer des Gefechts gegen den metallenen Zaun knallt. Klar, dass die beiden sich lautstark Kommandos zurufen. Und das hört man, wenn auch gedämpft, noch 100 Meter entfernt am Max-Herz-Ring 163. Dumpf scheppert der Zaun, wenn der Ball ihn trifft. Anwohnerin Edita F. (Name geändert) verzieht das Gesicht. „Ich habe Migräne, und unser Schlafzimmer geht leider zum Bolzplatz raus.“
Eine anonyme Umfrage vor Ort ergibt ein tolerantes Bild: „Ob’s nervt, das kommt auf die Tagesverfassung an. Manche Kinder schreien ganz schön“, sagt eine junge Mutter. „Aber wo sonst sollen sie Fußball spielen?“ „Für mich ist der Fußballkrach total okay“, so ein Nachbar. „Mich stört es mehr, wenn jemand ausgerechnet zu Ruhezeiten bohrt.“ Außerdem sei die Trabrennbahn eine Anlage gerade für junge Familien. „Und Kinder machen eben Krach.“
Das GATOR-Team freut sich, dass die Anlage so gut angenommen wird. „Wir gehen davon aus, dass die Wogen sich nach den ersten Monaten glätten werden. Das geht natürlich nur mit Rücksichtnahme und Toleranz bei allen Beteiligten“, sagt Marlies Wesenberg von der Hausverwaltung. Sie appelliert an die Kicker, von 13 bis 15 Uhr nicht zu spielen.
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